Groß- und Kleingruppe

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Methode

Altersgruppe (Stufe):
Wölflinge/Jungpfadfinder/Pfadfinder/Rover/Leiter
Gruppenphase:
Vertrautheit/Differenzierung/Auflösung
Ort:
Teilnehmerzahl:
Benötigte Leiter:
Zeitaufwand
- Vorbereitung:
- Durchführung:
Kosten:
Materialien:
Kategorie:
Kategorie:Methoden
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Inhaltsverzeichnis

Ziel/Zweck

Die Mitgliedschaft in einer frei gewählten, dauerhaften, selbstbestimmten, sich vertretenden Kleingruppe und das Wechselspiel zwischen Groß- und Kleingruppe ermöglicht dem Grüppling im Idealfall u. a. Verantwortungsübernahme, Selbstständigkeit und demokratisches Handeln in Strukturen (Person < Kleingruppe = Partei < Großgruppe) zu erlernen.

Eine (ideale) beständige Kleingruppe erlaubt durch Vertrautheit und gegenseitige Akzeptanz bzw. Wertschätzung Persönlichkeit und Ehrlichkeit. So ist jedes Mitglied – auch der Schüchterne – in der Lage, Selbstbstimmung und Selbstvertretung zu Leben. Der Grüppling kann seine Rolle eher selber bestimmen als in einer Großgruppe.

Der Erfolg bei Vorhaben einer Kleingruppe hängt vom Einzelnen und der Erledigung seiner Aufgaben durch ihn ab. Der Grüppling wird an Verantwortungsübernahme und Selbstständigkeit herangeführt.

Beständige Kleingruppen sind die grundlegende Einheit für pfadfinderische Demokratie und Kindermitbestimmung. In Entscheidungsprozessen fördert das Wechselspiel zwischen Groß- und Kleingruppe differenzierte Sichtweisen.

Die Leiterarbeit kann durch (ideale) beständige Kleingruppen erleichtert werden: die Grüpplinge bilden ein selbstständig funktionierendes Team. Die Gruppe ist stabil, da durchdifferenziert. Der Leiter erhält – auch durch die Vertretung der Kleingruppe – leicht Einblick in die Realität der Grüpplinge.

Ein kleine Gruppe ist für Grüpplinge und Leiter übersichtlicher und leichter zu verstehen als eine große. Für den Grüppling bedeutet das eine angenehme Rückzugsmöglichkeit, dem Leiter ermöglicht das zielgerichtete Leitung. Der Stufenwechsel in einer beständigen Kleingruppe erleichtert dem Grüppling diesen.

Beschreibung

Das Wechselspiel von Großgruppe und Kleingruppe ist neben „Aufeinander aufbauende und attraktive Programme“, „Gesetz und Versprechen“ und „Learning by doing“ ein Element der ursprünglichen pfadfinderischen Methodik.

Die Großgruppe wird bei den Wös, den Juffis und den Pfadis in beständige Kleingruppen aufgeteilt. Die Größe der Kleingruppen wächst mit der Stufe – Rudel sind z. B. kleiner als Sippen. Kleinere Gruppen sind für kleinere Kinder sicher leichter zu überblicken als große Gruppen.

Die Kleingruppen wählen Vertreter. Gemeinsam mit den Vertretern der Kleingruppen bilden Vertreter des Leitungsteam einen Rat. Die Zahl der hierbei anwesenden Vertreter des Leitungsteams wächst mit der Stufe – im Meutenrat und im Trupprat der Juffis sitzt ein Leiter, im Trupprat der Pfadis können zwei Leiter sitzen. Pfadis sind in einer Diskussion durchsetzungsfähiger als Wös.

Besprechungen in der Großgruppe mit allen Leitern finden (natürlich) in allen Stufen statt, bei den Wös wird dieses Plenum Ratsversammlung genannt.

Bei den Rovern sind laut Ordnung der DPSG keine beständigen Kleingruppen vorgesehen.

Die Gruppenstrukturen laut DPSG-Ordnung im Einzelnen:
Wös Juffis Pfadis Rover
Großgruppe Meute
  • mehrere Rudel
Trupp
  • mehrere Sippen
Trupp
  • mehrere Runden
Runde
  • 7—12 Rovern
Kleingruppe Rudel
  • 5—6 Wös
Sippe
  • 5—8 Juffis
Runde
  • 5—9 Pfadis
keine dauerhaften Kleingruppen
Vetretung Leitwolf Kornett (frz. Standartenträger) Rundensprecher Rundensprecher
Rat Meutenrat
  • Leitwölfe
  • 1 Leiter
Trupprat
  • Kornetts
  • 1 Leiter
Trupprat
  • Rundensprecher
  • 1 wechselndes Rundenmitglied
  • 1—2 Leiter
kein Rat
Plenum Ratsversammlung gibt es, hat aber keinen Namen gibt es, hat aber keinen Namen gibt es, hat aber keinen Namen

Vorbereitung

Die Großgruppe sollte ansatzweise durchdifferenziert sein, die Bildung von beständigen Kleingruppen kann die Gruppe aber auch aus der Schmusephase in die Differenzierung führen.

Es empfiehlt sich, den Grüpplingen zu erklären, wie eine Kleingruppe aufgebaut ist, also wie ein Team funktioniert. Hierfür eignen sich die Beispiele aus dem Bereich der fiktiven Jugendbanden, z. B. TKKG, ???, Fünf Freunde, die wilden Kerle, … In diesen Banden gibt es Spezialisten, die sich gegenseitig in Stärken und Schwächen ergänzen, sich grundsätzlich gut verstehen und sich vertrauen. Im Bezug auf die Hierarchie, die zu einer pfadfinderischen Kleingruppe nicht passt, hinkt der Vergleich.

Durchführung

Grundsätzlich sollten bei der Kleingruppenbildung Reglementierungen durch die Leiter reduziert werden. Es gibt natürlich Ausnahmen, z. B. wenn es gilt Terror durch Terrorteams zu vermeiden.

Es kann für jede vorgesehene Kleingruppe eine Ecke des Gruppenraumes bestimmt werden, in die sich die Grüpplinge aufteilen. Es sollte dabei zur Diskussion und zu Ehrlichkeit aber Fairness angeregt werden.

Wenn Kleingruppen gebildet sind, empfiehlt sich jeweils die erste Hälfte der Gruppenstunde in der Großgruppe, die zweite Hälfte der Gruppenstunde in den Kleingruppen zu arbeiten. So haben die Kleingruppen Zeit, sich in die Differenzierungsphase zu entwickeln, wobei die Großgruppe nicht „in Vergessenheit gerät“. Um die Ausdifferenzierung zu unterstützen empfehlen sich „lecker“ Kooperationsspiele und die Entwicklung einer Gruppenkultur beispielsweise durch Gruppenregeln, Geheimgrüße, Gruppennamen, … Ein Blick in die Welt der jugendbewegten Gruppen wie der dj.1.11, die teilweise sehr ausdrucksstarke Kulturen entwickelten, schadet nicht, um Ideen zu sammeln. Ein Zitat als Beispiel:

„Manchmal sieht man kahlgeschorene Köpfe wie Eier. Scheußlich! Sind wir Sträflinge? Wenn die Haare dieser Eierköpfe wieder wachsen, sehen sie aus wie ein Fell. Christliche Pfadfinder haben oft Stehhaare. Freischar junger Nation trägt ein kleines Scheitelchen in einem eigens dazu stehengelassenen Schöpfchen. Aber wir Löwen tragen Mähnen und brüllen gewaltiglich.“
tusk in Das Lagerfeuer, 1932

Schwierigkeiten (zu beachten)

Es sollte (natürlich) darauf geachtet werden, dass sich in Groß- und Kleingruppe keine hierarchischen Strukturen entwickeln. Weitere Gefahren sind ungesunde Konkurrenz oder Entfremdung zwischen den Kleingruppen.

Erfahrungsbericht

Hat bei den Juffis oft gut funktioniert. Bei uns waren Mädels eher selten und konnten sich manchmal gegen die Jungs nicht durchsetzen. Vereint in einer Sippe fiel ihnen das einfacher.

Ansprechpartner (Hilfe)

ausbildung@dpsg-sieg.de

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